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Tierarztpraxis orthoVET

Frühdiagnostik der Hüftgelenksdysplasie beim Welpen,  Therapie „Symphysiodese“ 

(Teil 2 kontrollierter Welpenaufbau)

 

Die Prophylaxe sowie die Früherkennung der Hüftgelenksdysplasie ist heute immer noch brennendes Thema, und leider auch sehr kontrovers diskutiert. In diesem zweiten Teil meiner Trilogie „Welpenpass/ kontrollierter Welpenaufbau“ geht es um die Symptome der Bewegung einerseits und anderseits um eine Therapieoption innerhalb der Welpenphase, welche spätestens bis zur 19./20. Lebenswoche erfolgen muss.

 

 

Video Dodo vor OP

 

 

 

Wenn wir unseren bekannten Welpen mit der Hüftgelenksdysplasie nochmals ansehen, fällt durch das Bewegungsmuster folgendes auf:

 

  1. Cat-Walk (starke seitliche Bewegung des Beckens nach links und rechts
  2. Starke Bewegung der Rute nach links und rechts
  3. Hochgradige „Schlangenbewegung“ des Rückens (Kompensatinos- bewegung des Beckens)
  4. Starke Winkelung in beiden Knie (Varusstellung = O-Bein)
  5. Starke Winkelung in beiden Sprunggelenken (Valgus = X-Bein)
  6. Enge Stellung der Hinterhand, läuft sehr verhalten, Beine sehr nahe beieinander
  7. Tapsiger bis unrunder Gang, vermittelt den Eindruck des Hinkens

 

Nebst den  genannten Symptomen können diese Hunde bereits einen Unterschied im Umfang der Glutealmuskulatur zeigen, allenfalls Mühe beim Aufstehen und in den meisten Fällen sogar bereits Zehenschleifen in unterschiedlichen Schweregraden zeigen. Es kann so massiv sein, dass die Zehennägel sehr stark abgeschliffen sind und sogar bluten können.

Dieses auffällige Bewegungsmuster zeigen die Welpen sehr früh, was leider allzu oft von konsultierten Personen als „Normal“ für einen Welpen eingestuft wird. Es wird als drollig, lustig oder fälschlicherweise als Welpengang eingestuft. Falls man nun den Welpen mit solch einem auffälligen Bewegungsmuster beim Spezialisten vorstellt, sollte schnell an die Möglichkeit der Hüftgelenksdysplasie gedacht werden, und dem Besitzer optimale, für den Hund wenig schmerzhafte und höchst effiziente Behandlungskonzepte empfohlen werden. An dieser Stelle möchte ich Ihnen die „Juvenile pubische Symphysiodese“ (JPS) vorstellen.

 

 

Ziel dieser Methode 

Diese Methode versteht sich als prophylaktische Therapie, oder als Therapie bei jungen Hunden, im Alter von der 12. bis 19. Lebenswoche, bei denen auffällig verminderte Hüftüberdachungen oder lockere Hüfte radiologisch diagnostiziert wurden. Oder neu auch bei Welpen, die zusätzlich zu den radiologischen Befunden veränderte kinetische Werte der Hinterhand zeigen. Durch die chirurgische oder mit Laser behandelte Beckensymphyse wird die Fuge verödet und die Folge ist ein frühzeitiger Schluss Dieser. Unter normalen Umständen wird der Hund drei Jahre alt, bis diese vollständig verknöchert ist. Durch die frühzeitige Verknöcherung der Beckensymphyse werden beide Acetabuli (Hüftegelenke) nach unten und zur Seite rotiert, was in Folge zu einer besseren Überdachung der Femurköpfe (Oberschenkelköpfe) führt und die Lockerheit des Hüftgelenks vermindert. Kurz gesagt, durch diesen Mechanismus wird das Hüftgelenk stabiler. Somit ist diese Variante dem Ziel der Beckenosteotomie (wie beim letzten Newsletter dargestellt) gleichzusetzen. Der Aufwand ist beträchtlich kleiner, schmerzfreier und vor allem mit weniger Kosten verbunden.

 

   
a) offene Beckenfuge   b) Beckenfuge beim Hund mit ca 1 1/2 Jahren nur Teilfusion

 

 

 

 

 

 

Röntgenbilder vor OP   Röntgenbilder 3 Wochen nach OP
 
   
grosser Gelenkspalt   Gelenkspalt viel kleiner geworden

 


Weitere Röntgenbilder vor OP

 

 

 

 

  

Bitte beachten Sie folgendes: 

die roten Punkte  sind die Werte vom Patienten

die gelben Punkte  sind die Werte eines gesunden Hundes

 

AL: vorne links   AR: vorne rechts
PL: hinten links   PR: hinten rechts
BF: Rücken vorne   BP: Rücken hinten

 

 

Messung vor OP

 

 

Messung nach OP

 

 

Zusammenfassend kann man festhalten, je früher die HD diagnostiziert wird, desto effizientere und schonendere Verfahren können gewählt werden um die Hüftgelenksdysplasie und vor allem die Folgeerkrankungen, die Hüftgelenksarthrose, verhindern zu können.

 

 

 
   
   
 

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