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Tierarztpraxis orthoVET

Der kontrollierte Welpenaufbau / Welpenpass Teil 1

 

Ziel des  kontrollierten Welpenaufbaus „Welpenpass“

  1. Früherkennung und Diagnostik der Hüftgelenksdysplasie (HD)
  2. Früherkennung und Diagnostik der Ellenbogendysplasie (ED) und Osteochondrose (OCD)
  3. Kontrollierter und Gleichmässiger Skelett- und Muskelaufbau via Kinetik
  4. Aufbau und Koordination der  Bewegung via Kinetik
  5. Physische und psychische Prägung/ Konditionierung des Welpen/Junghundes
  6. Phänotypischer Fingerprint des Bewegungsmusters via Kinetik und Kinematik

 

Die Hundepopulation ist stetig am wachsen und der Hundesport erfreut sich einer grossen Beliebtheit! Der Mensch möchte aktiv sein und seine Freizeit in der Natur verbringen, bei dem ihm der Hund ein treuer Freund und Begleiter ist.

Ein weiterer Aspekt besteht in der Tatsache unseres immer hektischer und schneller werdenden Berufslebens. Um dieses ausgleichen zu können bieten Freizeit-Aktivitäten mit dem Hund die beste und emotional erfüllendste Möglichkeit dafür, was wiederum eine super Prophylaxe vor, einer der mittleiweile „modernsten“ Berufskrankheiten, dem „Burn out“, ist!

Der Mensch hat für sich, mit Hilfe des Hundesports, eine optimale medizinische Prophylaxe. Damit der wachsende Hund ebenfalls eine optimale und gesunde Zeit des Heranwachsens verbringt, ist eine zielgerichtete Beaufsichtigung des Wachstums sehr wichtig. 

Zu dieser durchgehenden Überwachung gehören nicht nur das Skelettsystem, sondern auch Fütterung, geistige Entwicklung und natürlich die integrale Konditionierung des Hundes.

 

Hierzu passend ist die Aussage des „Lateiners“:

„mens sana in corpore sano“!

Eine gesunde Entwicklung des Geistes kann nur in einem gesunden Körper stattfinden. 

Mit unserem „Welpenpass“ erfüllen wir all die geforderten Voraussetzungen. Zum einen ermöglichen wir ein kontrolliertes Wachstum mit unserer diagnostischen „canine locomotion analysis“ (Bewegungsmessung)! Zum anderen sind wir in der Lage die radiologische Früherkennung für die Hüftgelenksdysplasie konventionell oder mit meiner Spezialtechnik, der 3-D-Becken-Röntgentechnik, zu erfüllen. Ebenfalls gilt dies für die  Ellenbogendysplasie und OCD (Osteochondrose)! 

Je nach Befund sind wir in der Lage konservativ therapeutische Massnahmen, oder gegebenenfalls dringende chirurgische Eingriffe einzuleiten. Zum dritten können wir Ihnen  bei Fragen der Ernährung, Konditionierung und Ausbildung des wachsenden Hundes mit Rat und Tat zur Seite stehen! 

Im ersten Teil unserer Trilogie „des kontrollierten Welpenaufbaus“ gehen wir auf die Früherkennung der Hüftgelenksdysplasie beim Hund ein.  Diese Früherkennung von Junghundeerkrankungen ist für mich der wichtigste Punkt des Welpenpasses! Was für die Erkennung der Hüftdysplasie gilt, ist ebenso zutreffend für ED und OCD! 

In der Praxis höre ich regelmässig folgendes Statement: 
„auf HD-Diagnostik angesprochen, muss der Hund sicher ein Jahr alt sein, um dies zu diagnostizieren!“ 

Dies ist mit Bestimmtheit nicht zutreffend! Prof. Ewald Köppel hat 1991 seine Habilitationsschrift bezüglich „Entwicklung und Frühdiagnostik der HD beim Hund“ verfasst! Klar ist, je früher feststeht, dass die Entwicklung der Hüftgelenke des Hundes nicht in der Norm verläuft, heisst, die Überdachung ist ungenügend oder das Gelenk „Hüfte-Oberschenkelkopf“ zu locker oder der Femurkopf zeigt eine abnorme Ausbildung, können heute chirurgische Massnahmen getroffen werden, die vor allem auf eine funktionelle Hüfte sowie eine gute und schmerzfreie Lebensqualität zielen. Als positiver Nebeneffekt sind diese Massnahmen auch nicht so kostspielig wie eine Hüftprothese und somit auch für den durchschnittlichen Hundehalter absolut finanziell zu verkraften. Wir beginnen mit dem Welpenpass im Alter von der 12. Lebenswoche. Bei auffälligem Bewegungsmuster können wir ab der 16. Lebenswoche sinnvolle radiologische Aussagen bezüglich HD machen, die normale HD-Frühdiagnostik machen wir in der Regel im Alter von 6 Monaten! Wir können dies mit der von mir entwickelten 3-D-Beckentechnik im Stehen machen, ohne Sedation!  Eine gute Aussage können wir hier mit der Tangentialaufnahme erzielen. Bei dieser Technik ist die „Überdachung“ der Hüftgelenke auch für den Laien ersichtlich!

 

 

Beginnen wir nun mit einem Fall aus meiner Praxis:

 

Video Dodo Herbst 2014 vor OP!

 

 

Ein Rottweiler, Junghund, 5 Monate alt, zeigt ein auffälliges Gangbild, hat eine schlacksige Hinterhand, zeigt weder Lahmheiten hinten noch Probleme bei der Treppe! Beim Betrachten des Videos fällt auf, dass bereits eine deutliche Instabilität in der Hinterhand zu sehen ist, sehr deutliche Rotations-Bewegungen beider Oberschenkeln, die Knie drehen nach innen und eine Engstellung beider Hinterläufe ist zu beobachten! Des Weiteren läuft er vorne sehr breit, Aussenrotation  der Ellenbogengelenke sowie eine Zehenengstellung vorne, ebenfalls beidseits! Die anschliessende orthopädische und neurologische Untersuchung zeigte eine eher schwach ausgebildete Hinterhandmuskulatur, auch die Muskulatur über beiden Schultern wies ein Defizit auf. Die Streckung der Schultern war schmerzhaft,  beide Ellenbogen wiesen Einschränkungen in Pro- und Supination(Innen- und Aussenrotation) sowie Schmerzreaktionen im Bereich des medialen Coronoids (ED) auf! Die Verdachtsdiagnose war niederschmetternd: Hüftgelenksdysplasie mit OCD in den Schultern und Verdacht auf FCP in beiden Ellenbogengelenken! Danach fertigten wir Röntgenaufnahmen an, welche den Verdacht bestätigten! Der junge Rottweiler hat eine Hüftgelenksdysplasie, eine OCD in beiden Schultern und die Ellenbogengelenke sind sehr auffällig für eine Ellenbogendysplasie!

 

Röntgenbilder von Herbst 2014

 

 

 

 

 

 

 

Da für den Besitzer klar war alle erdenklichen Massnahmen zu ergreifen, wurde eine Beckenosteotomie vorgeschlagen und für die Schultern die COBIS-Technik angewendet. Das Resultat ist sehr zufrieden stellend.

 

Hier stelle ich Ihnen nun beide Verfahren etwas näher vor:

Röntgenbilder post OP Herbst 2014

 

 

 

 

6 Wochen post OP Herbst 2014

 

 

 

 

Stehendes Röntgen post OP Herbst 2014

 

 

 

 

Video von Dodo Herbst 2014 post OP und Herbst 2015

 

 

1) Die Beckenosteotomie

Das Ziel der Beckenosteotmie ist, mit Hilfe einer Korrektur, die schlechte Überdachung zwischen Femur-Acetabulum zu verbessern und somit die Biomechanik zu ändern um damit wiederum die Bildung der Arthrose zu verhindern oder zu vermindern! Der optimale Zeitpunkt der Beckenosteotomie ist im Alter vom 5. – 9. Lebensmonat! Grundvoraussetzung dafür ist allerdings ein noch arthrosefreies Acetabulum.

 

 

 

2) Die COBIS Technik der Schulter

Die COBIS-Technik ist eine einfache Technik, die sich die Regeneration des Körperssystems zu Nutzen macht! Zu dem Zeitpunkt, wenn ich die radiologische Diagnose OCD der Schulter stelle, der Hund zu jener Zeit aber noch keine Lahmheit zeigt, allenfalls einzig eine Entlastungshaltung oder nur das Symptom „Atrophie“ (=Schwund) des M. Supraspinatus, ist der Einsatz der oben genannten Technik sinvoll. Dabei wird an der anatomischen Stelle des OCD-Kraters ein Bohrloch gesetzt. Durch das Anbohren des OCD Kraters wird einerseits eine Druckentlastung vorgenommen, anderseits auch die Regeneration des Knorpelkraters ausgelöst. Wenn dieser Prozess problemlos abläuft, kann sich der Knorpel soweit erholen, dass jede weitere chirurgische Intervention überflüssig wird. Der Eingriff ist einfach und schnell gemacht. 

Aber, wie bereits erwähnt, ist die wichtigste Voraussetzung für diesen Eingriff eine bis dato Lahmfreiheit des Hundes!

 

 

3) Fazit der Massnahmen

Das Problem „Hüftgelenksdysplasie beim Hund“ wird weiter heftig und zum Teil kontrovers diskutiert. Es ist klar; die HD ist eine genetische und umweltbedinge Erkrankung! (Flückiger 1996) Umso wichtiger ist die Früherkennung der Hüftgelenksdysplasie! Die HD ist eine typische Form-Funktions-Veränderung beim Hund! 

Die Form-Veränderung können wir radiologisch feststellen, einerseits im Stehen mit der 3-D-Becken-Radiologie nach Dr. Patrick Blättler Monnier, oder konventionell mittels Kurzsedation in gestreckter und gebeugter Projektion der Hüfte! 

Die Funktionsveränderung der Hüfte, sprich die pathologischen (krankhaften) Bewegungsveränderungen, können wir mit der canine-locomotion-analysis nach Dr. Patrick Blättler Monnier diagnostizieren und so die Funktions-Veränderungen dementsprechend nach Schweregrad einstufen sowie therapeutische Massnahmen empfehlen und so rasch wie möglich einleiten!

 

 

 
   
   
 

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